Modifikationen an der Expert 1K-FA Version 1 von Heinz DC5WW

  1. Ruhestromeinstellung der Endstufentransistoren Expert 1K-FA Version 1.
  2. Austausch der Potis und der Antennenbuchsen.
  3. Auskopplung des Referenzsignales für Predistortion an einer KW-Endstufe.

1. Ruhestromeinstellung der Endstufentransistoren Expert 1K-FA Version 1

Bedingt durch Alterung der Bauteile kommt es zur Verstimmung des Ruhestromes und damit zur Asymmetrie der Endstufentransistoren.
Dadurch bedingt kann es zu unsauberen (IMD3) Aussendungen kommen.
Vorsicht ! Bevor Sie mit dem Abgleich beginnen, unbedingt den Netzstecker abziehen!!!
Bei den Arbeiten ist äußerste Vorsicht geboten, damit es nicht zu Kurzschlüssen kommt.
Machen Sie sich mit der Vorgehensweise vertraut, bevor sie mit dem Abgleich beginnen.
Schauen Sie wo sich die Brücken und die dazugehörigen Potis befinden.
Ich lehne jegliche Verantwortung für die nachfolgende Beschreibung ab, falls irgendwelche Schäden entstehen.
Sie sollten im Umgang mit elektronischen Geräten vertraut sein.
Den oberen Gehäusedeckel mit einem 2,5 mm Inbusschlüssel öffnen.
Das linke Abschirmblech entfernen. (13 Schrauben).
Die drei roten Leitungen auf der kleinen viereckigen Platine vorn rechts entfernen.
Vorsicht, damit keine Unterlegscheiben in das Gerät fallen ! Eine der entfernten Schrauben wieder in die
Anschlussklemme eindrehen. Den Pluspol des Amperemeters an dieser Schraube anklemmen.
Den Minuspol des Amperemeters mit der Öse des ersten Kabels (Q2/Q3) verbinden.
Vorsicht mit den freien Kabelenden !
Netzstecker nun wieder einstecken.
Die Endstufe einschalten auf “Operate“ stellen. Den Steuersender einschalten.
Den Mic-Gain-Regler auf Minimum, bzw. falls vorhanden, auch den RF- Power-Regler auf kleinste Leistung stellen. Nun die PTT-Taste drücken, das Amperemeter sollte jetzt etwa 500 mA anzeigen. (Gesamtstrom vom Transistorpärchen Q2/Q3)
Der Abgleich:
Sinnvoll ist es alle Jumper von JP1 bis JP6 abzuziehen.
Anschließend in der angegebenen Reihenfolge jeweils nur den Jumper für den betreffenden Transistor einsetzen
und den Ruhestrom einstellen. Am Anfang der Messung ist der Ruhestrom immer etwas geringer, da sich durch die Erwärmung des Transistors der Ruhestrom erhöht.
Daher die Messung etwa 1 Minute lang durchführen bis der Strom nicht mehr steigt.
Nun mit dem jeweiligen Trimpoti den Ruhestrom von 250 mA einstellen.
Die Potis reagieren leider sehr giftig, daher sehr vorsichtig drehen.Abgleich des Transistorpaares Q2/Q3 auf Symmetrie.
Den Jumper JP 4 einsetzen und mit R 15 einen Ruhestrom von 250 mA einstellen.
Den Jumper JP 1 einsetzen und mit R 16 einen Ruhestrom von 250 mA einstellen.
Abgleich des Transistorpaares Q4/Q5 auf Symmetrie.
Das Amperemeter mit der zweiten Leitung verbinden
Den Jumper JP 5 einsetzen und mit R 17 einen Ruhestrom von 250 mA einstellen.
Den Jumper JP 2 einsetzen und mit R 18 einen Ruhestrom von 250 mA einstellen.
Abgleich des Transistorpaares Q6/Q7 auf Symmetrie.
Das Amperemeter mit der dritten Leitung verbinden
Den Jumper JP 6 einsetzen und mit R 19 einen Ruhestrom von 250 mA einstellen.
Den Jumper JP 3 einsetzen und mit R 20 einen Ruhestrom von 250 mA einstellen.
 


© by DC5WW 04.2015


2. Austausch der Potis und der Antennenbuchsen.

Wie es sich gezeigt hat, sind die Original Trimpotis für die Ruhestromeinstellung von
schlechter Qualität was zu Folge hat, dass sich der Ruhestrom immer wieder verändert.
So habe ich zur Radikalkur gegriffen und alle Potis für die Ruhestromeinstellung gegen
hochwertigere Spindeltrimmer ausgetauscht. Das macht allerdings etwas Arbeit und ist nur
für geübte Techniker empfehlenswert. Es muss dafür die gesamte PA Platine ausgebaut
werden. Dabei müssen auch die Inbus-Befestigungsschrauben für alle 6 Transistoren
entfernt werden. Dass hier sehr sorgfältig und behutsam gearbeitet werden muss brauche
ich nicht besonders zu erwähnen.
Als Ersatz habe ich die Spindeltrimmer 25-Gang linear 0.5 W 5 kΩ 9000 ° Weltron
WEL3296-Y-502-LF für 0,68 € von Conrad-Electronic verwendet.
Nach dem Entfernen der Steckverbindungen, dem Lösen der Befestigungsschrauben und
dem Ablöten der Antennenanschlüsse und der Koaxialkabel, ist die Platine vorsichtig herauszunehmen.
In diesem Zusammenhang ist gleich zu prüfen, ob man nicht auch die PL-Flanschbuchen
austauscht. Bei einigen Endstufen wurden festgestellt, dass die eingebauten PL Buchsen
fehlerhaft sind und zu Wackelkontakten neigen.
Der viereckige Flansch ist mit dem runden Buchsenteil nur verschraubt, d.h. die Buchse
besteht aus zwei Teilen. Normale PL Buchsen sind aus einem Stück hergestellt.
Durch die mechanische Beanspruchung der angeschraubten Kabel führt das zu
Wackelkontakten. Ich hab daher alle 6 PL-Buchsen gegen hochwertige N-Flanschbuchsen mit
Teflon-Isolierung ausgetauscht. Die N-Buchsen und Stecker bieten einen wesentlich besseren
Kontakt, gerade auch in Bezug auf die hohe Leistungsübertragung. Sollten allerdings
zwischenzeitlich PL Buchsen besserer Qualität verbaut worden sein, erübrigt sich möglicherweise ein Austausch.
 


Hier sieht man deutlich die Verschraubung der beiden Buchsenteile (Das ist Murks ³)

Aus grundsätzlichen Erwägungen empfehle ich trotzdem den Austausch, weil es einfach
mit N-Steckern auf Dauer eine bessere Verbindung ist.
Der Austausch der Potis sollte normal kein Problem darstellen. Die Beinchen habe ich etwas
abgewinkelt, damit sie in die vorhandenen Lötaugen passen. Nach dem Einbau und Anlöten
der Kabel alles nochmal kontrollieren, die Potis in Mittelstellung bringen und die
Ruhestromeinstellungen, wie bereits beschrieben, vornehmen.
 

© DC5WW 24.01.2018


3. Auskopplung des Referenzsignales für Predistortion an einer KW-Endstufe.

Für das Auskoppeln des Referenzsignales an der PA für die Predistortion zum Red Pitaya gibt es
verschiedene Lösungen. Ich wollte aber nicht noch ein Kästchen mit Steckverbindungen an der
Expert PA anbringen und habe mich daher für eine interne Lösung entschieden.
 
So habe ich die Auskopplung für das Predistortion-Signal fest in die PA eingebaut. Ein kleiner Amidon-
Ringkern T30-12 (gelb) wird dazu direkt an der Antennen-Ausgangsbuchse angebracht.
Den Originalanschlussdraht habe ich von der Buchse abgelötet und etwas nach hinten zurück-
gebogen, so dass ein Zwischenraum von etwa 2 cm entsteht. Ein Stück Innenleiter mit Isolierung vom
Koaxkabel RG-142 (Teflon) dient als Halterung und Verbindung. Auf dieses kurze Drahtstück wird
dann der kleine Ringkern mit 3 Windungen Cu-Draht 0,5 aufgeschoben und in den entstandenen
Zwischenraum eingelötet. Die drei zusätzlichen Widerstände habe ich direkt an den Drahtenden der
zwei Windungen angelötet. Die Antennenbuchse “4“ habe ich ausgebaut, da sie bei mir nicht
benötigt wird und durch eine isolierte BNC Buchse (potentialfrei) ersetzt. Mit zwei kurzen isolierten
Drahtstücken wird die Verbindung zur Buchse hergestellt. Da ein gewisser Spielraum des
Ausgangspegels vorhanden sein muss, habe ich eine Auskoppeldämpfung von – 40 dB gewählt.
Das reicht in der Regel noch für die Steuerleistung des Transceivers bei Betrieb ohne eine PA.
Wenn die PA in Betrieb ist, muss der Pegel allerdings angepasst werden.
Hier bin ich auf preiswerte regelbare Dämpfungsglieder aus dem TV- Bereich gestoßen.
Diese Dämpfungsglieder haben einen weiten Frequenzbereich und sind ab 3.00 € bei Ebay zu bekommen.
Sie haben einen Regelbereich von über 20 dB. Die Impedanz ist zwar für 75 Ω ausgelegt, das kann man hier vernachlässigen.
Leider sind für den Anschluss F-Stecker erforderlich. Mit etwas Geschick und einem starken Lötkolben
lassen sie sich auf die BNC-Norm umrüsten. Mit dem passenden F-Stecker erfüllt das Dämpfungsglied
aber auch seinen Zweck. So kann ich nun je nach Band und Leistung das ausgekoppelte Signal für die
Predistortion gut einstellen. Je nach Gegebenheiten lässt sich das Dämpfungsglied natürlich auch im
SDR-Transceiver einbauen.


Dieser Vorschlag ist natürlich für andere Endstufen, je nach Gegebenheiten, anwendbar.

Innenansicht der Expert 1K-FA Antennenbuchse 1


Die umgebaute Buchse “Ant 4“ in der Expert 1K auf BNC mit nachgeschaltetem Dämpfungsregler.

©DC5WW 26.01.2018


Vielen Dank Heinz für Deinen weiteren Beitrag für CQ-NRW.de

Jörg, DD8JM

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